Gerätehaus

Hier erfahren Sie viele interessante Details über das 1996 fertig erbaute Feuerwehrgerätehaus.

Entstehung des neuen Gerätehauses an der Winholzstraße

Die Vorgeschichte

Als im Jahre 1989 das TLF 16/25 angeschafft wurde, war klar, das alte Gerätehaus bei der Schule ist für dessen Unterbringung zu klein. Im Gemeinderat wurden daraufhin mehrere Varianten für eine zweckmäßige Unterbringung der Wehr beraten.

1. Anbau und Modernisierung des bestehenden Gerätehauses:

Dies wäre die kostengünstigere und auch die von der Wehr  selbst bevorzugte Lösung gewesen, zumal in dieses Gebäude schon einige Eigenmittel des Vereins und viele Arbeitsstunden investiert wurden. Jedoch scheiterte dieses Vorhaben an städtebaulichen Überlegungen und schließlich am Veto der zuschußgebenden Stellen.

2. Umbau der großen Halle im Bauhof, seit  1990 Behelfsgerätehaus:

Anfangs wurde diese Möglichkeit sogar vom Gemeinderat befürwortet und schon detailierte Pläne entworfen. Jedoch besann man sich in der Folgezeit darauf, die unmittelbar im Bauhofgelände gelegene Halle zweckmäßigerweise auch für diesen zu nutzen, zumal der Bauhof ohnehin zu klein geworden war. So kam schließlich eine weitere Variante ins Gespräch.

3. Kompletter Neubau eines Gerätehauses:

Das Thema sorgte in den Folgejahren immer wieder für Brisanz bei den Gemeinderatssitzungen, bis man sich schließlich 1993 endlich zur Realisierung des Neubaues durchrang. Es wurde beschlossen, ein neues Feuerwehrgerätehaus unter Abriss der auf dem dafür vorgesehenen Gelände, neben der jetzigen Unterkunft, bestehenden baufälligen Fabrikgebäude zu erstellen. Aus finanziellen und bautechnischen Gründen erhielt das Gebäude keinen Keller, dafür sollte die Wehr das Dachgeschoß für ihre Zwecke nutzen dürfen. Diese Versprach daraufhin, so viel als möglich an Eigenleistung einzubringen und half dadurch in nicht unerheblichem Maße die Gemeindekasse zu entlasten. Doch nachdem das Gebäude fast fertiggestellt war, sollte plötzlich nachträglich im Dachgeschoß eine Wohnung eingebaut werden. Nachdem sich diesbezüglich kein Kompromiss abzeichnete, beschlossen etwa zwei drittel der Aktiven ihren Austritt aus der Wehr, die damit faktisch aufgelöst war, eine Einmaligkeit in der Geschichte. Tags darauf ging diese Auflösung wie ein Lauffeuer durch den Ort und am gleichen tag wurden durch den Landrat die erreichbaren Feuerwehrmänner zwangsverpflichtet. Die Jugend- und Frauengruppe war von dieser Verpflichtung ausgeschlossen und damit nicht mehr existent. Es folgte eine außerordentliche Mitgliederversammlung über das weitere Vorgehen, sowie eine alles entscheidende Sitzung  über die endgültige Auflösung am 30. August 1994, einen Tag vor dem Ende der Zwangsverpflichtung. An diesem denkwürdigen Abend entschloss man sich, nach langem Abwägen, doch, zum Wohl und zur Sicherheit der Bürger den freiwilligen Dienst wieder aufzunehmen. Bis zum heutigen Zeitpunkt verlief alles nach Plan und mit der feierlichen Übergabe des neuen Gerätehauses am Wochenende vom 31.05.-02.06.1996 beginnt für die Kameradinnen und Kameraden der freiwilligen Feuerwehr Zell ein neues, zukunftsweisendes Kapitel in ihrer Geschichte.

Die Kosten des Neubaues wurden mit  1.600.000 DM veranschlagt. Gemeinde, Architekt und Feuerwehr haben zusammengearbeitet um im Rahmen dieser Vorgabe zu bleiben. Dies wurde auch durch die Eigenleistung der  Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Zell die insgesamt 5370 Std. in den bau eingebracht haben, mitgetragen. Diese 5370 Std. entsprechen einem Geldwert von 109.601,70 DM. Der Feuerwehrverein hat für die Aktiven neue Einsatzschutzjacken angeschafft, sowie für die Ausstattung des Hauses Möbel und Material für 15.000 DM beigesteuert. Damit konnte ein Haus seiner Bestimmung übergeben werden, das den heutigen Anforderungen und den kommenden Erfordernissen für die nächsten Jahrzehnte gerecht werden kann. Auch architektonisch stellt das Gerätehaus eine Bereicherung unseres Ortsbildes dar, auf die unsere Bürger mit Stolz blicken können. Wir wünschen uns nun, dass viele den Weg in unsere Feuerwehr finden und den Geist der Feuerwehr, eine Gemeinschaft zum helfen in Not und Gefahr, weiterleben lassen. Der Leitspruch „Einer für alle, alle für Einen, Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr“ soll in diesem Haus seinen angestammten Platz erhalten.